4 Infografiken8 Slides1 Praxisbeispiel ServiceIT Service Management
Slide 1 von 8 · Services & Nutzen
01
Begriffe unterscheiden
Vom IT-System zum Kundennutzen
Skills
Begriffe sicher unterscheiden
Sie unterscheiden Produkt, Service, Output und Outcome.
Sie erklären am Gebäudeservice-Portal, wie Funktion und zugesicherte Nutzbarkeit zum angestrebten Ergebnis beitragen.
IT-Service-Management verbindet Fähigkeiten, Ressourcen und Zusammenarbeit. Ziel ist eine verlässliche IT-Leistung, die Menschen bei ihren Aufgaben unterstützt und zur Erreichung geschäftlicher Ziele beiträgt.
Produkt & Service
Ein Produkt bündelt Ressourcen, etwa Software, Infrastruktur und Wissen. Der darauf beruhende Service unterstützt gewünschte Ergebnisse. Anbieter und Nutzer tragen jeweils bestimmte Kosten und Risiken; die Verteilung wird vereinbart.
Output & Outcome
Ein bereitgestelltes Serviceportal ist ein Output. Wenn Beschäftigte damit Gebäudestörungen melden und deren Bearbeitung verfolgen, entsteht ein nutzbares Ergebnis – ein Outcome. Ob daraus ein Vorteil entsteht, hängt von der tatsächlichen Nutzung ab.
Utility & Warranty
Utility beschreibt die benötigte Funktion, etwa das Erfassen eines Anliegens. Warranty betrifft die zugesicherte Nutzbarkeit: Das Portal muss im vereinbarten Umfang verfügbar, leistungsfähig, sicher und bei Ausfällen wiederherstellbar sein.
Diese Sicht auf den Nutzen bildet den Ausgangspunkt für die Managementmodelle im nächsten Abschnitt.
Praxisübung · 10 Minuten
Begriffe am Portal zuordnen
Ordnen Sie vier Aussagen zu: Die Organisation bündelt Software und Infrastruktur; das Portal nimmt Meldungen entgegen; eine Meldung ist erfasst; das Gebäudeteam kann den Auftrag nachvollziehbar koordinieren. Unterscheiden Sie Produkt, Service, Output und Outcome. Ergänzen Sie je ein Beispiel für Utility und Warranty.
Lösungshinweis öffnen
Produkt: gebündelte Ressourcen. Service: die vereinbarte digitale Unterstützung. Output: die erfasste Meldung. Outcome: die damit mögliche Koordination. Utility betrifft hier die Erfassung und Nachverfolgung; Warranty beispielsweise die Verfügbarkeit im vereinbarten Zeitraum.
02
ITIL 2011 · ITIL 4 · ITIL 5
Drei Versionen, klare Einordnung
Skills
Modelle richtig einordnen
Sie ordnen ITIL 2011, ITIL 4 und ITIL 5 ihren jeweiligen Schwerpunkten zu.
Sie benennen für das Portal die vier Dimensionen des Service Managements.
Sie erläutern das Zusammenspiel dieser Dimensionen.
Sie beschreiben, wie ITIL 5 digitales Produkt- und Service-Management, Nutzererfahrung und den verantwortungsvollen KI-Einsatz verbindet.
ITIL 2011 · historischer Bezug
Service Lifecycle
Service Strategy, Service Design, Service Transition, Service Operation und Continual Service Improvement ordnen Aufgaben entlang des Lebenszyklus. Die Phasen beeinflussen sich gegenseitig und ermöglichen Rückkopplungen.
ITIL 4 · fachlicher Schwerpunkt
Service Value System
Leitprinzipien, Governance, Service Value Chain, Practices und Continual Improvement wirken als Gesamtsystem zusammen. Bedarf und Chancen bilden den Ausgangspunkt. Die Beteiligten richten ihre Beiträge auf den angestrebten Wert aus.
ITIL 5 · Weiterentwicklung
Digitales Produkt- und Service-Management
ITIL 5 baut auf vorhandenen ITIL-Konzepten auf und verbindet digitale Produkte und Services über ihren gesamten Lebenszyklus. Das ITIL Value System führt Leitprinzipien, Governance, Wertschöpfungsaktivitäten, Management Practices und kontinuierliche Verbesserung zusammen. Nutzererfahrung und die verantwortungsvolle Nutzung von KI erhalten stärkeres Gewicht.
Was erweitert ITIL 5 gegenüber ITIL 4?
Gemeinsamer Lebenszyklus: Digitale Produkte und Services werden von der Bedarfserkundung und Gestaltung bis zum Betrieb, zur Bereitstellung und Unterstützung zusammen betrachtet.
Erlebter Nutzen: Ergebnisse, Kosten und Risiken werden gemeinsam mit Erfahrung und Nachhaltigkeit berücksichtigt.
KI im Arbeitskontext: Der Einsatz von KI benötigt Verantwortung, Transparenz und Kontrolle. Entscheidungen bleiben an den angestrebten Ergebnissen ausgerichtet.
Die vier Dimensionen, Leitprinzipien und kontinuierliche Verbesserung bleiben tragende Konzepte.
Die sieben Guiding Principles
Wertorientierung – Focus on value
Dort beginnen, wo man steht – Start where you are
Iterative Weiterentwicklung mit Feedback – Progress iteratively with feedback
Zusammenarbeit und Transparenz – Collaborate and promote visibility
Ganzheitlich denken und arbeiten – Think and work holistically
Einfach und praktisch – Keep it simple and practical
Optimieren und automatisieren – Optimize and automate
Die Prinzipien unterstützen Entscheidungen über unterschiedliche Aufgaben und Organisationsbereiche hinweg.
Damit das Modell im Alltag trägt, benötigen die Beteiligten klare Aufgaben, passende Fähigkeiten und nachvollziehbare Vereinbarungen.
Praxisübung · 15 Minuten
Die vier Dimensionen prüfen
Das Portal funktioniert technisch, doch Aufträge bleiben unbearbeitet. Benennen Sie für jede Dimension eine mögliche Ursache und eine geeignete Prüffrage. Erläutern Sie, welches Guiding Principle Ihre Untersuchung unterstützt.
Ergänzung zu ITIL 5: Wie beziehen Sie die Nutzererfahrung in die Weiterentwicklung des Portals ein? Benennen Sie außerdem eine Kontrolle für eine mögliche KI-gestützte Auftragszuordnung.
Lösungshinweis öffnen
Organisationen und Menschen: Ist die Zuständigkeit klar? Informationen und Technologie: Kommen vollständige Meldungen an? Partner und Lieferanten: Ist die Übergabe vereinbart? Wertströme und Prozesse: Wo entsteht Wartezeit? Ganzheitliches Denken sowie Zusammenarbeit und Transparenz unterstützen die Untersuchung.
Infografik
Vier Dimensionen – ein gemeinsam erbrachter Service
Menschen, Technologie, Partner und Abläufe tragen gemeinsam zur Nutzbarkeit des Gebäudeservice-Portals bei. Die Dimensionen sind gleichwertige Betrachtungsperspektiven.
03
Rollen · Fähigkeiten · Vereinbarungen
Zusammenarbeit verbindlich gestalten
Skills
Zusammenarbeit verbindlich gestalten
Sie beschreiben Prozesse, Practices und ihre Voraussetzungen.
Sie ordnen Aufgaben mithilfe von RACI zu.
Sie benennen die notwendigen Bestandteile einer Servicevereinbarung.
Ein Prozess beschreibt, wie ein Auslöser über abgestimmte Aktivitäten zu einem Ergebnis führt. Seine Steuerung legt Ziele und Messgrößen fest. Personal, Wissen und Werkzeuge ermöglichen die Durchführung. Eine Practice umfasst diese Elemente als organisatorische Fähigkeit.
Verantwortung
RACI unterscheidet Durchführung (R), Ergebnisverantwortung (A), fachliche Beteiligung (C) und Information (I). Für jede Aktivität wird die Zuständigkeit festgelegt. Eine Person kann mehrere Rollen übernehmen.
Servicevereinbarungen
Ein Service Level Agreement (SLA) hält die vereinbarte Leistung gegenüber dem Kunden fest. Interne Absprachen und Lieferantenverträge unterstützen ihre Erfüllung. Messverfahren, Servicezeiten, Ausnahmen und Eskalationen werden mitgeregelt.
Menschen & Werkzeuge
Fachkompetenz, Beteiligung und ein offener Umgang mit Fehlern fördern verlässliche Abläufe. Werkzeuge machen Vorgänge sichtbar und unterstützen Automatisierung. Dazu benötigen sie geeignete Daten und sinnvoll gestaltete Prozesse.
Bewertung und Weiterentwicklung von Fähigkeiten und Prozessen
COBIT 2019 / BPMN 2.0
Governance und Management / Modellierung von Prozessen
Diese Ansätze erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ihre Auswahl richtet sich nach dem Handlungsbedarf und dem betrachteten Geltungsbereich.
Auf dieser organisatorischen Grundlage lässt sich nachvollziehen, wie die beteiligten Teams entlang eines Wertstroms zum Ergebnis beitragen.
Praxisübung · 15 Minuten
Verantwortung und Vereinbarungen festlegen
Entwerfen Sie eine RACI-Zuordnung für die Wiederherstellung des Portals. Nutzen Sie Service Owner, Service Desk, IT-Betrieb und IT-Provider. Benennen Sie zusätzlich vier Angaben, die für eine messbare Servicevereinbarung notwendig sind.
Lösungshinweis öffnen
Eine mögliche Zuordnung: Service Owner übernimmt A; IT-Betrieb R; der Provider übernimmt R für seinen vereinbarten Leistungsanteil; der Service Desk koordiniert die Nutzerkommunikation. Die genaue Beteiligung wird aktivitätsbezogen vereinbart. Erforderlich sind unter anderem Servicezeit, Reaktions- und Wiederherstellungsziele, Messverfahren und Eskalationsregeln.
04
Value Streams und Continual Improvement
Den Weg zum Ergebnis verbessern
Skills
Wertströme gezielt verbessern
Sie verfolgen ein Anliegen bis zum nutzbaren Ergebnis.
Sie erkennen Wartezeiten und Übergaben.
Sie planen eine begrenzte Verbesserung.
Sie prüfen die Vergleichbarkeit der Ergebnisse.
Ein Wertstrom verbindet konkrete Tätigkeiten vom Bedarf bis zum nutzbaren Ergebnis. Er macht sichtbar, wie mehrere Teams und Practices zusammenwirken. Die Service Value Chain stellt dafür sechs kombinierbare Aktivitäten bereit: Plan, Improve, Engage, Design & Transition, Obtain/Build sowie Deliver & Support.
Engpässe erkennen
Eine schnelle Erfassung hilft wenig, wenn die Meldung anschließend lange auf eine Zuordnung wartet. Die Analyse erfasst deshalb Bearbeitungszeit, Wartezeit, Rückfragen und Nacharbeit über Teamgrenzen hinweg.
Änderung gezielt erproben
Fehlende Ortsangaben führen im Beispiel zu Rückfragen. Ein angepasstes Formular und eine geprüfte Zuordnungsregel werden zunächst in einem begrenzten Bereich getestet. Nutzer und Gebäudeteams geben Rückmeldung.
Verbesserung verankern
Vision und Ausgangslage klären, ein messbares Ziel setzen, Maßnahmen planen und umsetzen, Ergebnisse prüfen und bewährte Änderungen übernehmen. Regelmäßiges Feedback hält den Verbesserungsprozess in Gang.
Ob der Wertstrom den gewünschten Nutzen erreicht, lässt sich anhand abgestimmter Ziele und geeigneter Kennzahlen beurteilen.
Praxisübung · 15 Minuten
Einen Engpass überprüfen
Unvollständige Ortsangaben erzeugen Rückfragen. Planen Sie einen begrenzten Test mit einem angepassten Formular. Definieren Sie Ziel, Messgröße, Vergleichszeitraum und ein Kriterium, das eine unerwünschte Nebenwirkung sichtbar macht.
Lösungshinweis öffnen
Ein geeignetes Ziel ist eine geringere Rückfragequote bei unverändert guter Nutzbarkeit. Vergleichen Sie den Anteil der Meldungen mit Rückfrage vor und während des Tests. Berücksichtigen Sie Fallarten und Mengen. Nutzerfeedback und Abbruchquote zeigen, ob zusätzliche Eingaben die Meldung unnötig erschweren.
Infografik
Ein Wertstrom vom Anliegen bis zum überprüften Ergebnis
Die nummerierte Folge zeigt einen möglichen Ablauf des Gebäudeservice-Portals. Der Abschluss bestätigt das Ergebnis; Erfahrungen fließen in die nächste Bearbeitung ein. Die Schritte sind kein allgemeingültiger ITIL-Prozess.
05
CSF · KPI · Scorecard · Strategy Map
Leistung nachvollziehbar bewerten
Skills
Kennzahlen im Zusammenhang bewerten
Sie leiten Messgrößen aus Zielen und Erfolgsbedingungen ab.
Sie interpretieren die vier BSC-Perspektiven.
Sie formulieren strategische Wirkungsannahmen als überprüfbare Hypothesen.
Die Steuerung beginnt mit einem Ziel. Erfolgsbedingungen und Messgrößen machen anschließend sichtbar, wo die Leistung den Erwartungen entspricht und wo Handlungsbedarf besteht.
CSF & KPI
Ein Critical Success Factor (CSF) benennt eine entscheidende Erfolgsbedingung, etwa die verlässliche Auftragskoordination. Ein Key Performance Indicator (KPI) misst einen wesentlichen Leistungsaspekt. Definition, Zeitraum, Datenquelle, Bezugsmenge und Verantwortung gehören zu jeder Kennzahl.
Scorecard & BSC
Eine Scorecard verbindet ausgewählte Ist- und Zielwerte. Die klassische Balanced Scorecard (BSC) ordnet Ziele den Perspektiven Finanzen, Kunden, interne Prozesse sowie Lernen und Entwicklung zu. So werden wirtschaftliche Ergebnisse und ihre Voraussetzungen gemeinsam betrachtet.
Beispielhafte Scorecard für das Gebäudeservice-Portal
Alle Werte sind didaktische Annahmen für denselben Monat. Sie bilden keine real gemessene Betriebsleistung ab.
Perspektive
KPI
Ziel
Beispiel-Ist
Finanzen
Servicekosten je abgeschlossener Meldung
≤ 8 €
8,40 €
Kunden
Anteil positiver Portalbewertungen
≥ 90 %
87 %
Prozesse
Portalverfügbarkeit im Servicezeitraum
≥ 99,5 %
99,6 %
Lernen & Entwicklung
Anteil des Supportteams mit bestandenem Diagnosetest
≥ 90 %
85 %
Wie werden die Werte interpretiert?
Die Verfügbarkeit erreicht den angenommenen Zielwert. Kosten, Nutzerbewertungen und Diagnosekompetenz liegen außerhalb ihrer Vorgaben. Daraus folgt zunächst ein Untersuchungsbedarf; die Tabelle erklärt noch keine Ursachen.
Für die Bewertung werden die Kostenbestandteile und die Zahl abgeschlossener Meldungen festgelegt. Nutzerbewertungen benötigen eine definierte Befragung und eine ausgewiesene Rücklaufquote. Ein Diagnosetest prüft Fähigkeiten anhand nachvollziehbarer Kriterien.
Eine geringe Störungszahl kann auf einen stabileren Betrieb oder auf unvollständige Meldungen zurückgehen. Deshalb werden Kennzahlen zusammen mit Wiederholungen, Nacharbeit und Feedback gelesen.
Die Leistungsbewertung zeigt Handlungsbedarf auf. Für die Bearbeitung von Störungen und die Umsetzung notwendiger Änderungen benötigen die Teams passende Betriebsverfahren.
Praxisübung · 15 Minuten
Die Scorecard kritisch lesen
Bewerten Sie die Beispielwerte im Inhalt anhand ihrer Zielvorgaben. Wählen Sie eine Abweichung und formulieren Sie zwei mögliche Erklärungen. Beschreiben Sie, welche zusätzlichen Daten zwischen diesen Erklärungen unterscheiden.
Lösungshinweis öffnen
99,6 % Verfügbarkeit erreicht das Ziel von mindestens 99,5 %. Nutzerbewertungen, Kosten und Diagnosetests verfehlen ihre Vorgaben. Höhere Kosten je Meldung können etwa durch mehr Aufwand oder weniger abgeschlossene Vorgänge entstehen. Kostenbestandteile, Fallmengen und Nacharbeit helfen bei der Einordnung.
Die gestrichelten Verbindungen zeigen Hypothesen: Diagnosekompetenz kann Abläufe verbessern, verlässliche Abläufe können Nutzer unterstützen und wirtschaftliche Ergebnisse beeinflussen. Daten prüfen, ob diese Zusammenhänge im konkreten Fall bestehen.
06
Operative Practices und DevOps
Stabilität sichern, Veränderung ermöglichen
Skills
Bearbeitung fachlich begründen
Sie unterscheiden Incident, Service Request, Problem und Change.
Sie wählen bei wiederkehrenden Portalfehlern passende Maßnahmen zur Wiederherstellung.
Sie begründen die Maßnahmen zur Ursachenbearbeitung.
Incident & Service Request
Incident Management stellt den normalen Servicebetrieb möglichst schnell wieder her. Service Request Management erfüllt vereinbarte Anfragen, beispielsweise den Zugang eines neuen Gebäudeteams zum Portal.
Problem Management
Problem Management bearbeitet tatsächliche oder potenzielle Störungsursachen. Dazu gehören Ursachenanalyse, Workarounds und bekannte Fehler. Das Ziel ist, die Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen weiterer Störungen zu reduzieren.
Change Enablement
Änderungen werden ihrem Risiko entsprechend bewertet, autorisiert und terminiert. Standard-Changes folgen einem vorab genehmigten Modell. Normale Changes erhalten eine passende Prüfung; Notfall-Changes benötigen ein beschleunigtes, geregeltes Vorgehen.
Release, Deployment & DevOps
Release Management macht neue oder geänderte Leistungen verfügbar. Deployment Management bewegt Komponenten in Zielumgebungen. DevOps verbindet Entwicklung und Betrieb durch gemeinsame Verantwortung, Feedback und Automatisierung.
Der folgende Serviceentwurf verbindet Organisation, Wertstrom, Leistungsbewertung und Betriebsverfahren zu einem konkreten Anwendungsfall.
Praxisübung · 15 Minuten
Wiederherstellung und Ursachenarbeit planen
Aufträge werden zeitweise nicht übermittelt. Formulieren Sie die nächsten Schritte für Incident Management und Problem Management. Beschreiben Sie anschließend, wie eine erforderliche Softwarekorrektur abgesichert wird.
Lösungshinweis öffnen
Incident Management erfasst Auswirkungen, kommuniziert den Status und stellt die Nutzung oder einen vereinbarten Ersatzweg wieder her. Problem Management untersucht Wiederholungen und Ursachen. Die Korrektur benötigt Tests, Risikobewertung, passende Autorisierung, Terminierung und einen Rücksetzplan. Offene Vorgänge werden nach der Bereitstellung abgeglichen.
Infografik
Akute Störung und wiederkehrende Ursache getrennt bearbeiten
Incident Management konzentriert sich auf die Wiederherstellung. Problem Management bearbeitet Ursachen und Workarounds. Eine erforderliche Korrektur wird über Change Enablement abgesichert.
07
Praxisbeispiel · Digitaler Gebäudeservice
Ein Portal für verlässliche Auftragskoordination
Skills
Einen Serviceentwurf beurteilen
Sie grenzen Portalbetrieb und Gebäudereparatur voneinander ab.
Sie beurteilen Verantwortlichkeiten, Ersatzwege und Messgrenzen.
Sie berechnen die erlaubte Ausfallzeit im vereinbarten Servicezeitraum.
Ein Gebäudedienstleister betreut mehrere Bürostandorte. Beschäftigte melden technische Anliegen bisher über Telefon und E-Mail. Fehlende Ortsangaben, doppelte Meldungen und unklare Zuständigkeiten erschweren die Bearbeitung. Ein gemeinsames Portal soll die Koordination nachvollziehbar machen.
Eigenständig entwickeltes, fiktives Lernbeispiel. Die beschriebenen Ziele, Betriebswerte und Rahmenbedingungen sind Annahmen.
Leistungsumfang
Digitalen Zugang bereitstellen
Der IT-Service umfasst Anmeldung, Meldungserfassung, Auftragszuordnung, Statusanzeige, Schnittstellen, Monitoring und IT-Support. Er stellt den digitalen Zugang bereit. Die fachliche Bewertung und die Reparatur am Gebäude übernimmt das zuständige Gebäudeserviceteam.
Angestrebtes Ergebnis
Bearbeitung besser koordinieren
Beschäftigte können den Status ihres Anliegens verfolgen. Serviceteams erhalten eindeutige Angaben und vermeiden doppelte Aufträge. Das Management bewertet Bearbeitungsqualität, Aufwand und Servicekosten gemeinsam.
Verantwortlichkeiten im Zusammenhang
Rolle
Aufgabe
Service Owner
Verantwortet den IT-Service, seine Ziele, Schnittstellen und vereinbarte Leistung.
Service Desk und IT-Betrieb
Nehmen Portalstörungen auf, informieren die Nutzer und stellen die technische Nutzbarkeit wieder her.
Gebäudeserviceteam
Bewertet Gebäudemeldungen fachlich, priorisiert die Arbeit und bestätigt die Erledigung.
IT-Provider
Erbringt vereinbarte technische Leistungen und unterstützt Diagnose und Wiederherstellung.
Beschäftigte
Beschreiben das Anliegen, ergänzen benötigte Angaben und geben Rückmeldung zum Ergebnis.
Eine wiederkehrende Portalstörung bearbeiten
Das Portal übermittelt Aufträge zeitweise nicht an das Gebäudeteam. Der IT-Support prüft, welche Standorte betroffen sind, informiert die Beschäftigten und aktiviert einen vereinbarten Ersatzweg. Ein Vorgangsregister verhindert, dass Meldungen verloren gehen oder doppelt bearbeitet werden.
Problem Management untersucht Protokolle und Schnittstellenverhalten. Ergibt die Diagnose einen Softwarefehler, wird eine Korrektur entwickelt und getestet. Change Enablement bewertet das Risiko, bestimmt die passende Autorisierung und berücksichtigt einen Rücksetzplan.
Nach der Bereitstellung gleicht das Team offene Vorgänge ab. Anschließend werden erneute Übertragungsfehler, Nacharbeit und Nutzerfeedback ausgewertet. So bleibt neben der technischen Wiederherstellung auch die vollständige Auftragsbearbeitung im Blick.
Serviceziele und Messgrenzen festlegen
Im Beispiel ist der Service täglich von 06:00 bis 20:00 Uhr vereinbart. Für einen Monat mit 30 Tagen umfasst dieser Zeitraum 420 Stunden. Bei einem Verfügbarkeitsziel von 99,5 % dürfen darin rechnerisch höchstens 2,1 Stunden, also 126 Minuten, ungeplante Ausfallzeit liegen.
Die Verfügbarkeit wird als Anteil der nutzbaren Servicezeit gemessen: (vereinbarte Servicezeit − erfasste Ausfallzeit) ÷ vereinbarte Servicezeit × 100. Messpunkt, Zeitzone, Wartungsfenster und Regeln für teilweise Einschränkungen werden vorab festgelegt.
Für eine als kritisch eingestufte Portalstörung gelten beispielhaft 15 Minuten bis zur qualifizierten Reaktion und zwei Stunden bis zur Wiederherstellung. Diese Vorgaben betreffen den IT-Service. Fristen für die Reparatur einer Gebäudestörung werden gesondert vereinbart.
Mit diesen Rahmenbedingungen lassen sich Entscheidungen nun gezielt begründen und kritisch prüfen.
Praxisübung · 15 Minuten
Servicegrenzen und Ausfallzeit prüfen
Der Service ist täglich von 06:00 bis 20:00 Uhr vereinbart. Berechnen Sie für 30 Tage die Servicezeit und die maximale Ausfallzeit bei 99,5 % Verfügbarkeit. Erklären Sie, weshalb eine Portal-Reaktionszeit keine Reparaturfrist am Gebäude ist.
Lösungshinweis öffnen
14 Stunden × 30 Tage ergeben 420 Stunden Servicezeit. 0,5 % davon sind 2,1 Stunden beziehungsweise 126 Minuten. Die Portalvereinbarung betrifft die digitale Leistung. Bewertung und Reparatur eines Gebäudemangels liegen beim Gebäudeserviceteam und benötigen gesonderte Vereinbarungen.
08
Anwenden · Analysieren · Bewerten
Vom Verständnis zum begründeten Urteil
Skills
Eine Managemententscheidung begründen
Sie verbinden Geschäftsziele, Servicegestaltung und Leistungsbewertung.
Sie berücksichtigen Zielwerte und Datenqualität in Ihrer Entscheidung.
Sie prüfen Wirkungshypothesen und mögliche alternative Erklärungen.
Der Lernpfad führt von Begriffen über Organisation und Betrieb zur Leistungsbewertung. Im Gebäudeservice-Beispiel werden die Modelle zu einem zusammenhängenden Entwurf verbunden. Die Aufgaben prüfen, ob die gewählten Maßnahmen zum Bedarf passen und ihre Wirkung nachvollziehbar ist.
01 & 02 · VerstehenService, Produkt, Output und Outcome unterscheiden.
03 & 06 · AnwendenRollen, Vereinbarungen und Practices für Portalstörungen und Änderungen auswählen und begründen.
04 & 05 · AnalysierenKennzahlen interpretieren, Wirkungshypothesen prüfen und Engpässe in einem Wertstrom erkennen.
07 & 08 · BewertenEinen Serviceentwurf nach Nutzen, Qualität, Wirtschaftlichkeit und Verbesserungsfähigkeit beurteilen.
Drei Transferaufgaben
Jeweils 20 Minuten. Mehrere fachlich begründete Lösungen sind möglich.
01Ein Geschäftsziel in IT-Ziele und KPIs übersetzen
Der Gebäudedienstleister will Aufträge verlässlicher koordinieren. Formulieren Sie ein IT-Ziel und wählen Sie eine Messgröße für jede der vier BSC-Perspektiven. Legen Sie jeweils Datenquelle und Bezugsgröße fest.
Lösungshinweis
Ein geeignetes Ziel ist die zuverlässige Übermittlung und Nachverfolgung von Meldungen. Die vier Perspektiven lassen sich durch Servicekosten je abgeschlossener Meldung, Nutzerbewertungen, Portalverfügbarkeit und nachgewiesene Diagnosekompetenz abbilden. Ergänzend zeigt die Quote fehlerhafter Übertragungen den Erfolg der Schnittstellenverbesserung.
02Eine Strategy Map als Hypothese formulieren
Verbinden Sie fünf Ziele aus den vier Perspektiven. Nutzen Sie Problem Management und Change Enablement. Beschreiben Sie, wie eine der angenommenen Wirkungen geprüft wird.
Lösungshinweis
Diagnosekompetenz erhöhen; Ursachen wiederkehrender Fehler bearbeiten; Korrekturen verlässlich umsetzen; Nutzeraufwand senken; Unterbrechungskosten begrenzen. Die angenommene Verbindung zwischen Korrektur und Zuverlässigkeit wird anhand der Übertragungsfehler vor und nach der Umsetzung untersucht. Fallmenge und andere Änderungen werden mitberücksichtigt.
03Eine Managementaussage kritisch prüfen
Die Scorecard zeigt 99,6 % Verfügbarkeit, 87 % positive Nutzerbewertungen, 8,40 € Servicekosten je abgeschlossener Meldung und 85 % bestandene Diagnosetests. Das Management bewertet den Service als „insgesamt sehr erfolgreich“. Beurteilen Sie diese Aussage.
Lösungshinweis
Die Verfügbarkeit erreicht den Zielwert. Die drei anderen Größen verfehlen ihre Vorgaben. Für ein Gesamturteil fehlen mindestens deren Gewichtung, die Vergleichsperiode und die Qualität der Daten. Aus den Werten allein folgt keine Ursache. Nutzerfeedback und Fehleranalysen helfen, passende Verbesserungen zu wählen.